
Das bedeuten Dresscodes für dein Hochzeitsoutfit
Fliege oder Krawatte? Kurzes oder langes Kleid? Heißt „Morning Dress“ Bademantel oder schick? Und was bedeuten denn jetzt Black Tie, White Tie, formal, semi-formal und informal? Ich habe für euch aufgeschrieben, welche Dresscodes es gibt und worauf ihr achten solltet.
Dresscodes ersparen den Hochzeitsgästen das Rätselraten und geben dem Hochzeitspaar Gestaltungsmöglichkeiten. Hier findet ihr vier wichtige Regeln zum Thema Dresscodes – weiter unten dann Vorschläge, was ihr bei welchem Dresscode tragen könnt.
Dresscode-Regel 1: Weiß ist tabu!
Das weiße Kleid ist nur der Braut vorbehalten, und sie soll bei einer Hochzeit immer klar erkennbar sein. Weiße Kleider und Farben, die damit verwechselt werden können, sind daher für die weiblichen Gäste tabu. Ausnahme: Der Dresscode verlangt ausdrücklich diese Farben.
Dresscode-Regel 2: Nur keinen Stress
Wichtig für Gäste: Dresscodes werden heute weniger streng interpretiert als früher. Aber wenn ihr unsicher seid, haltet euch an die Worte meiner früheren Tanzlehrerin Claudina: Leicht overdressed ist okay (LEICHT! Ihr wollt ja nicht Braut oder Bräutigam die Show stehlen…), underdressed eher nicht.
Dresscode-Regel 3: Schreibt hin, was euch wichtig ist
Die klassischen Dresscodes „Black Tie“ und „White Tie“ oder „formal“ und „informal“ waren sehr kurz gehalten (Bedeutung: Siehe unten) – heute könnt ihr ruhig konkreter werden. Das gilt vor allem bei Dresscodes wie „Casual“, die größere Grauzonen haben. Wenn eure Gäste sich lieber am oberen Ende der Skala bewegen sollen, würde ich je nach Dresscode ein „elegant“ oder „chic“ ergänzen. Also zum Beispiel „Casual chic“ für schicke, aber informelle Kleidung – oder „Abendgarderobe (elegant)“ für einen gehobenen Abendlook, der aber weder Smoking noch Frack erfordert.
Ergänzen könnt ihr auch konkrete Farben. Die Dresscodes „Sommerliche Farben“ oder „Herbsttöne“ geben eurer Hochzeit einen bestimmten Look – das ist gerade dann nützlich, wenn eure Hochzeitsfotos einen bestimmten Look haben sollen. Genauso könnt ihr die Dresscodes „50er Jahre“ oder „retro“ auf die Einladung setzen.
Bitte mitdenken: Nicht jeder Gast hat einen zwölf Meter langen Kleiderschrank - und könnte ins Schwitzen geraten, wenn euer Dresscode zu speziell ist.
Dresscode-Regel 4: Interpretieren? Ja! Ignorieren? Bloß nicht!
Wenn ihr nicht das perfekte Outfit im Schrank habt oder weniger Geld auf dem Konto – kein Problem. Abgesehen von Einladungen in den Buckingham Palace wird dem Brautpaar eure Anwesenheit viel wichtiger sein als euer Outfit. Interpretieren und kreativ umsetzen ist normalerweise völlig okay. Wichtig ist: Ihr solltet zeigen, dass ihr euch Mühe gegeben habt, den Dresscode zu erfüllen.
Den Dresscode komplett zu ignorieren ist dagegen unhöflich - und könnte so wirken, als seien euch die Wünsche des Brautpaars nicht so wichtig.
Das bedeuten die Dresscodes
Dresscode: „Leger“ oder „Casual“
Bedeutung: Ein informeller Dresscode, bei dem ihr aber gepflegt angezogen sein solltet (für die Männer zum Beispiel: keine zerschlissenen Jeans, kein T-Shirt).
Männer-Outfit: Schicke Jeans, Chinos oder Stoffhosen, Hemd und Sakko passen gut. Schicke Sneaker gehen auch. Krawatten optional, aber nicht erforderlich. Für die Frauen: Hosenanzug, Kostüm oder kürzeres Kleid, auch mit Prints.
Bei Casual wird auch manchmal in „smart casual“ und „casual chic“ unterschieden. Bei „Casual chic“ würde ich eher keine Jeans tragen, sondern Chinos, Stoff- oder Anzughosen. Lederschuhe sind bei diesem Dresscode besser als Sneaker.
Dresscode: „Abendgarderobe“
Bedeutung: Der nächsthöhere Dresscode in Bezug auf die Festlichkeit des Outfits. Für die Männer: Anzug in hellen oder dunklen Farbtönen, dazu Hemd mit Krawatte. Zum Anzug passende Schuhe (in der Regel Leder), keine Sneaker. Für die Frauen: Cocktailkleider oder langes Abendkleid. Schuhe im Zweifel etwas eleganter – bequemere Schuhe lieber mitnehmen und erst zum Partyteil anziehen. Steht „Abendgarderobe (elegant)“ auf der Einladung, „verschärft“ sich der Dresscode etwas. Für die Männer ist es dann eher der dunkle Anzug, Frauen sollten dann eher das lange Abendkleid aus dem Schrank holen.
Dresscode: „Black Tie“
Bedeutung: Hier wird der Interpretationsspielraum schon sehr klein. Für den Abend ist für Männer der „kleine Gesellschaftsanzug“ angesagt – das heißt: Smoking und schwarze Fliege. Schwarze Lederschuhe, auch Lackschuhe sind möglich. Nicht verwirren lassen: Das englische Wort „tie“ bedeutet eigentlich Krawatte, eine Fliege wird mit „bow tie“ übersetzt. Trotzdem schreibt „black tie“ keine schwarze Krawatte, sondern eben eine Fliege vor. Für Frauen: Elegantes Cocktailkleid (mindestens knielang) oder langes Abendkleid.
Achtung: Man findet auch die englische Bezeichnung „semi-formal“ – das bedeutet, dass für die Tages- und Abendveranstaltung unterschiedliche Kleidervorschriften gelten. Tagsüber für die Männer dunkler Anzug mit Krawatte, Smoking erst abends. Für die Frauen tagsüber Kostüm oder knielanges Kleid, abends elegantes Cocktailkleid. Umziehen findet etwa zwischen 17 und 18 Uhr statt.
Dresscode: „White Tie“
Bedeutung: Ein Dresscode, den ihr nur sehr selten finden werdet, zum Beispiel beim Wiener Opernball. Absolutes Gala-Outfit. Für die Herren Frack mit weißer (!) Fliege, traditionell mit Lackschuhen getragen. Für die Damen das lange Abendkleid.
Wird der Begriff „formal“ verwendet, bedeutet das auch hier unterschiedliche Outfits für den Tag und den Abend. Für die Herren ist das bei „White Tie“ auch tagsüber ein sehr formelles Outfit – der „Cutaway“, ein frackähnliches Kleidungsstück. Die Damen tragen tagsüber ein elegantes Cocktailkleid oder ein schickes Kostüm. Hosenanzüge sind bei „White Tie“ eher raus. Für den Tag wird auch manchmal „Morning Dress“ ergänzt – siehe unten. Umziehpause (von Tagesoutfit auf Gala) ist vor dem Abendessen, in der Regel zwischen 17 und 18 Uhr.
Dresscode: „Morning Dress“
Bedeutung: Der „Morning Dress“ ist nicht etwa ein Bademantel, sondern einer der formellsten Dresscodes für den Tag. Er entspricht sowohl für die Frauen als auch für die Männer dem Tagesoutfit des Dresscodes „formal“ – und wird bei Staatsanlässen, Adelshochzeiten oder ähnlich hochrangigen Veranstaltungen verlangt.
Tipp: Bei den seltenen Dresscodes „Black Tie“ und „White Tie / formal“ lohnt es sich in der Regel nicht, einen Frack oder einen Smoking neu zu kaufen. Wenn ihr das Geld sparen möchtet, könnt ihr solche Kleidungsstücke in der Regel auch leihen – das Angebot ist aber nicht so groß wie zum Beispiel in den USA, daher kümmert euch am besten frühzeitig.
